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Sattelgurt & Gurtlage

Wissen

Was sollte ein Sattelgurt leisten?

Ein guter Sattelgurt soll den Sattel sicher stabilisieren, ohne die natürliche Bewegung des Pferdes unnötig einzuschränken. Entscheidend sind dabei der richtige Sitz, die individuelle Gurtlage, Bewegungsfreiheit und eine passende Druckverteilung.

Lage der Schnallen

Die Schnallen dürfen nicht am Bein stören.

 

Wie lang sollte ein Kurzgurt/ Westerngurt sein?

Bei Kurz- und Westerngurten stellt sich zuerst die Frage nach der richtigen Länge. Die einfache Grundregel lautet: Die Schnallen sollten so weit wie möglich vom Ellenbogen entfernt liegen.

Nach oben wird die Gurtlänge vor allem durch dein Reiterbein begrenzt. Setzt du dich in den Sattel und lässt dein Bein locker hängen, sollte dein Innenschenkel die Schnallen nicht berühren – das wäre unangenehm und kann beim Reiten stören.

In der Regel bedeutet das: Die Schnallen liegen beim angegurteten Pferd etwa eine Handbreit unterhalb der breitesten Stelle des Pferdebauchs. So bleibt ausreichend Abstand zum Ellenbogen und dein Bein kann locker über dem Sattelgurt liegen, ohne auf die Schnallen zu drücken.

Die richtige Länge

Im grünen Bereich 👍

 

Wie viel Platz ist hinter dem Ellenbogen?

Fühl mal: Lege deine Hand hinter den Ellenbogen und lass dein Pferd einige Schritte gehen. So kannst du spüren, wie viel Raum hier in der Bewegung tatsächlich bleibt.

 

Warum kann es hinter dem Ellenbogen eng werden?

Der Brustkorb des Pferdes ist nicht knöchern mit den Vorderbeinen verbunden, sondern wird durch Muskeln und Bindegewebe zwischen ihnen getragen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Rumpftrageapparat.

Fehlt es hier an Stabilität, kann der Brustkorb tiefer zwischen die Vorderbeine sinken. Dadurch kann sich auch der Raum hinter dem Ellenbogen verändern – genau dort, wo der Sattelgurt verläuft.

Deshalb lohnt es sich bei Hautfalten, Scheuerstellen oder wenig Platz hinter dem Ellenbogen, nicht nur auf den Sattelgurt zu schauen. Auch Körperhaltung, Muskulatur und Training können eine Rolle spielen.

Training, das den Rumpftrageapparat kräftigt und das Pferd dabei unterstützt, seinen Brustkorb aktiv zwischen den Vorderbeinen zu tragen, kann auch die Situation in der Gurtlage positiv beeinflussen. Ein möglicher Trainingsansatz ist beispielsweise das Horse Tensegrity Training.

Training kann die Gurtlage beeinflussen

Beweglichkeit ohne Elastik.

Ein Sattelgurt muss den Sattel sicher stabilisieren und gleichzeitig ausreichend Bewegungsfreiheit ermöglichen. Beim Equigurt wird diese Beweglichkeit nicht durch elastische Einsätze, sondern durch ein Gelenksystem erreicht.

Die einzelnen Bereiche des Gurtes können sich gegeneinander bewegen und sich so den Veränderungen des Pferdekörpers beim Atmen, in der Biegung und während der Bewegung anpassen. Der Gurt muss sich dafür nicht dehnen – seine Form verändert sich durch die beweglichen Verbindungen und kann so der Bewegung des Pferdes folgen.

Maximale Beweglichkeit

Was zeigen unsere Druckmessungen?

Während der Entwicklung des Equigurts haben wir Druckmessungen mit unterschiedlichen Sattelgurten durchgeführt. Wir wollten wissen, wie sich verschiedene Konstruktionen beim Angurten und unter Belastung tatsächlich verhalten – und natürlich auch überprüfen, ob unser Gelenksystem in der Praxis hält, was wir uns davon versprochen hatten.

Besonders auffällig war für uns das Verhalten von Elastikelementen. Durch ihre Dehnung lässt sich beim Angurten nur schwer einschätzen, wie viel Zug tatsächlich auf den Gurt gebracht wird. In unseren Messungen wurden die Gurte mit Elastik regelmäßig deutlich fester angezogen als notwendig.

Gleichzeitig haben uns die Messergebnisse des Equigurts selbst überrascht: Das bewegliche Gelenksystem funktionierte bei der Druckverteilung noch besser, als wir es aufgrund unserer Entwicklung erwartet hatten.

Warum scheuert ein Sattelgurt?

Nicht jeder Sattelgurt passt zu jedem Pferd. Körperbau, Gurtlage, Bewegungsablauf und Hautempfindlichkeit sind individuell – entsprechend unterschiedlich kann ein Gurt am Pferd liegen und sich in der Bewegung verhalten.

Kommt es zu Scheuerstellen, sollte deshalb geprüft werden, ob Länge, Lage, Form und Polsterung zum jeweiligen Pferd passen und ausreichend Bewegungsfreiheit hinter dem Ellenbogen bleibt.

Auch beim Equigurt gilt: Entscheidend ist, wie er an deinem Pferd funktioniert. Deshalb bieten wir die Möglichkeit, den Equigurt vor dem Kauf am eigenen Pferd zu testen.

→ zu unseren Testgurten